Die am 29. November 1899 eröffnete 750-mm-Bahn von Ochsenhausen nach Warthausen (19 km) war eine von fünf Schmalspurstrecken der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen (kurz K.W.St.E.).

Öchsle beim Überqueren der Südbahn

Im Jahr 1900 wurde eine 3,2 km lange Verlängerung bis nach Biberach (Riß) in Betrieb genommen.

Von Anfang an wurden in Warthausen normalspurige Güterwagen auf Rollböcke verladen, um sie auf der schmalen Spur weiterzubefördern. Das Öchsle wurde rege in Anspruch genommen und entwickelte sich zu einer aus dem Alltag nicht mehr wegzudenkenden Institution.

Dampflok 99 650 im Jahr 1963 in Warthausen

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der „Stern“ der Bahn jedoch zu sinken. Zum 31. Mai 1964 wurde der zuletzt stark rückläufige Reiseverkehr auf der Gesamtstrecke eingestellt. Damit wurde auch der parallel zur Regelspurstrecke führende Abschnitt nach Biberach, der stets nur für den Personen- und Stückgutverkehr genutzt wurde, entbehrlich.

Das Kühlschrankwerk der Firma Liebherr in Ochsenhausen sicherte jedoch den Weiterbetrieb im Güterverkehr nach Warthausen für fast 20 Jahre. Am 31. März 1983 stellte die Bundesbahn ihre letzte auf dem Festland befindliche Schmalspurbahn ein.

Das Öchsle von seinen Anfängen bis zum aktuellen Museumsbahnbetrieb

Teileröffnung Warthausen – Ochsenhausen Mittwoch, den 29. November 1899

Reststrecke Warthausen – Biberach folgte am 1. März 1900.

Kritik wurde schnell laut! Warum wurde eine Schmalspurbahn gebaut und keine Normalspur. Im Betrieb waren die Schmalspurbahnen nicht billiger, als vergleichbare Normalspurbahnen.

Weiterbau des Eisenbahnnetzes in Oberschwaben wurde durch die Entwicklung des Autos nicht mehr in die Tat umgesetzt. Der Bau der Bahnlinie Biberach – Uttenweiler – Munderkingen wurde abgebrochen.

Betriebsalltag:
Fahrplangestaltung schwierig allen Interessen gerecht zu werden. Problem: Da Stichbahn, kein Durchgangsverkehr

Fracht:
hauptsächlich Holz, Güterbahnhof in Ochsenhausen musste angelegt werden.

Schneeverwehungen, Erdrutsch, Unfälle vor nichts blieb das Öchsle verschont.

Lokomotiven:
Vor 1928 württembergische Tssds
Ab 25.10.28: 99 650
Ab 29.10 28: 99 651

Bestand am
1.1.1938: 99 633, 99 637, 99 650, 99 651,
1.1.1941: 99 650, 99 651, 99 704

Am 29.6.54 kam 99 704 nach Beilstein bis zur Stilllegung waren 99 650 und 99 651 alleine in Ochsenhausen stationiert. Aushilfsweise kamen 99 633 oder 99 637 aus Bad Buchau.

Stilllegung Personenverkehr: 31. Mai 1964

Die Dampflokomotiven wurden durch die Dieselloks V 51 901 und 902 ersetzt. Ersatzlok war 99 633 aus Bad Buchau.

Stilllegung Güterverkehr: 31. März 1983

Eröffnung Museumsbahn 29. Juni 1985