Bis zum Öchsle-Saisonstart am 1. Mai muss alles fertig sein - „und das werden wir schaffen“, sagt Hans Peter Wiedenbein, örtlicher Betriebsleiter der Öchsle-Bahn AG, in deren Auftrag die Arbeiten ausgeführt werden.
Zwischenzeitlich wäre jedoch kein Zug von Warthausen nach Ochsenhausen gekommen. Schon am Bahnübergang der Ulmer Straße (L267) in Herrlishöfen wäre Schluss gewesen. Auch Autos konnten hier zwei Wochen lang nicht fahren, seit Freitag ist die Straße wieder freigegeben. Der Bahnübergang musste komplett erneuert werden. „Der Untergrund war den zunehmenden Belastungen durch den Schwerverkehr nicht mehr gewachsen“, erläutert Wiedenbein. Infolge der mangelnden Tragfähigkeit des Untergrunds, begann der Fahrbahnbelag auszubrechen. Nun wurden Gleistrageplatten aus Beton verbaut, wie sie auch beim stark belasteten Kreisverkehr mit Öchsle-Durchfahrt in Ochsenhausen verwendet wurden.
Während die Baustelle in Herrlishöfen nun abgeschlossen werden konnte, sind in und vor Ochsenhausen bis Ende April noch Gleisarbeiten zu beobachten. Insbesondere müssen neu verlegte Gleise mit einer speziellen Stopfmaschine nivelliert und ausgerichtet werden.
Der Hauptteil der sanierten Strecke liegt im Rottumtal zwischen Reinstetten und Ochsenhausen. Auf einer Länge von 2,8 Kilometern hat eine Spezialfirma hier das Schotterbett und die Gleise erneuert. Durch Einschwemmungen aus den benachbarten Feldern und Wiesen war der Untergrund im Lauf der Jahrzehnte instabil geworden. Neben dem neuen Gleisaufbau wurde deshalb auch die seitliche Entwässerung wieder verbessert. Nachdem in einem ersten Bauabschnitt 2010 bereits ein Kilometer Strecke bei Reinstetten erneuert worden war, kann das Öchsle nun auf der gesamten Gemarkung Ochsenhausen über einen komplett sanierten Schienenweg dampfen.
Auch im Bahnhof Ochsenhausen wurden in den vergangenen Wochen Gleise erneuert. „Das Hauptaugenmerk lag hier aber auf dem Bahnsteig sowie vier Weichen“, schildert Wiedenbein. Die Bahnsteigkante, die bislang mit Leitplanken abgestützt wurde, genügte in der Stabilität und Ausführung nicht mehr den Vorgaben der Eisenbahnaufsicht. „Durch Betonelemente haben wir jetzt eine stabile und insbesondere langlebige Lösung geschaffen“, so Wiedenbein. Modernen Sicherheitsstandards entsprechen auch die neuen Weichen, die auf dem Bahnhofsareal eingebaut wurden. Bislang rangierte das Öchsle hier über Weichen, die, laut Wiedenbeins Schätzung, schon zwischen 70 und 90 Jahre Dienst taten und bald nicht mehr die nötige Spurhaltung und Bedienungssicherheit gewährleistet hätten. „Ab 1. Mai ist die Strecke aber besser denn je bereit für Ausflüge in die Eisenbahnvergangenheit mit dem Öchsle“, freut sich Wiedenbein.
INFO: Die gemeinnützige Öchsle-Bahn AG ist das Infrastrukturunternehmen der Öchsle-Bahn und für die Erhaltung der Strecke verantwortlich. Neben den Einzelaktionären mit 25 Prozent der Anteile sind der Landkreis mit 34,75 Prozent und mit 25 Prozent die Kreissparkasse Biberach Hauptaktionäre. Die übrigen Anteile gehören den Anliegergemeinden Maselheim, Ochsenhausen und Warthausen. Informationen zur Öchsle-Bahn gibt es im Internet unter www.oechsle-bahn.de.
Text: Thomas Freidank (tf)
Bilder:
BILD 1: Während die Südbahn vorbeirauschte, war die Öchsle-Strecke beim Bahnübergang in Herrlishöfen unterbrochen. Mittlerweile sind die Bauarbeiten dort abgeschlossen. Foto: Thomas Freidank
BILD 2a+b: Auch heute noch ist das Verlegen von Gleisen schwere Arbeit. Foto: Thomas Freidank
BILD 3: Mit Spezialwaggons, welche die ausführende Baufirma Geiger und Schüle vom Öchsle anmietete, wird in langsamer Fahrt vor Ochsenhausen Gleisschotter ausgebracht. Foto: Thomas Freidank
BILD 4: Ein Schwerpunkt der Arbeiten beim Bahnhof in Ochsenhausen war der Einbau vier neuer Weichen. Foto: Thomas Freidank
BILD 5: Nehmen die neue Bahnsteigkante beim Bahnhof Ochsenhausen in Augenschein: (v.l.) Bürgermeister Andreas Denzel, Bernhard Günzl von Schmalspurbahnverein, Klaus-Peter Schust, Geschäftsführer der Öchsle-Bahn Betriebsgesellschaft und Benny Bechter, Vorsitzender des Öchsle-Schmalspurbahnvereins. Foto: Thomas Freidank
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